Bodenbeläge

Sandplatz

In Europa und in Südamerika sind hauptsächlich Sandplätze zu sehen. In der Regel verwendet man diesen Belag für Tennisplätze im Außenbereich. Vereinzelt gibt es aber auch Tennishallen, in denen Sandplätze installiert sind.

Charakteristisch für den Sandplatz ist seine rote bis orangene Oberfläche. Anders als der Name aussagt, setzt sich der Platz nicht aus normalem Sand, sondern aus feinem Ziegelmehl zusammen. Das Grundmaterial für dieses Pulver bilden zerkleinerte Ziegelsteine. Trotzdem hat sich der Begriff „Sand“ in der Tenniswelt etabliert.

Unter allen vier Platzarten ist das Spiel auf dem Sandplatz am langsamsten. Das liegt daran, dass sich der Tennisball beim Bodenkontakt tief in den Sand eingräbt, bevor er wieder aufspringt. Durch die Reibung zwischen den Sandkörnern und dem Filz wird der Ball zusätzlich abgebremst.

Der Sandplatz hat die zweite Eigenschaft, dass der Ball nach dem Bodenkontakt am höchsten aufspringt. In Kombination mit Topspin entwickeln sich somit schwer zu retournierende Bälle. Manchmal kann es passieren, dass Du den Ball sogar fast auf Kopfhöhe treffen musst, um ihn noch ins Feld zu bringen.

Diese Merkmale sind vor allem der Grund, weshalb Ballwechsel auf dem Sandplatz erheblich länger dauern. Oftmals schaffst Du es noch, an weit entfernte Bälle heranzukommen und Dich damit weiterhin im Spiel zu halten.

Generell benötigst Du eine gute Kondition, um längere Matches auf diesem Tennisplatz bestreiten zu können. Besonders bei Hitze sind Ballwechsel ziemlich anspruchsvoll.

Auf der anderen Seite hat der Sandplatz den Vorteil, dass er durch den lockeren Untergrund sehr gelenkschonend ist. Dadurch sinkt die Gefahr vor Verletzungen deutlich. Außerdem gibt Dir der weiche Boden die Möglichkeit, mit den Tennisschuhen auf dem Platz zu gleiten, sodass Du Dich noch einfacher bewegen kannst.

In Summe ist der Sandplatz perfekt für Grundlinienspieler geeignet, die dem Ball den notwendigen Topspin mitgeben können. Zudem ist es hilfreich, wenn Du über Kraftvolle Schläge verfügst, damit Du Deinen Gegner direkt von der Grundlinie unter Druck setzt. Für Serve-and-Volley Spieler ist dieser Belag eher unpassend.

Hartplatz

Der Hartplatz, auch Hard Court genannt, ist hingegen in Nordamerika sehr populär. Dort findest Du unzählige Tennisanlagen, die mit diesem Belag ausgestattet sind. Was macht den Hartplatz so speziell?

Zum einen ist die Tatsache, dass er im Innenbereich, sowie im Außenbereich stehen kann. Im Grunde genommen bildet eine Schicht aus Beton oder Asphalt das Fundament für den Hartplatz.

Der Unterbau wird anschließend mit mehreren Schichten aus einer Mischung aus Acryl und Gummi überzogen. Diese Oberfläche gibt dem Hartplatz seinen typischen Look. In der Regel wählt man als Farbe ein helles Blau aus, da der Kontrast zum gelben Ball am höchsten ist.

Während der Sandplatz eine raue Struktur aufweist, besitzt der Hartplatz eine glatte Oberfläche. Somit verliert der Ball beim Bodenkontakt kaum an Geschwindigkeit durch Reibung. Der Hartplatz ist also ein schnellerer Belag als der Sandplatz.

Im Allgemeinen hängt das Sprungverhalten des Balls von der Zusammensetzung der Oberfläche des Hartplatzes ab. Im Vergleich zum Sandplatz springt der Ball auf dem Hardcourt jedoch immer flacher ab.

Ein weiterer Vorteil der glatten Oberfläche ist, dass der Ball ein konstantes Sprungverhalten besitzt, wodurch Du die Flugkurve besser berechnen kannst. Auf Sand hat der Boden nämlich Unebenheiten, die dazu führen können, dass der Ball verspringt.

Allerdings hat der Hartplatz auch den Nachteil, dass seine obere Schicht wasserundurchlässig ist. Demnach ist ein Spiel bei Nässe nicht möglich, da Du sonst auf dem Boden ausrutschen könntest.

Das sieht auf einem Sandplatz anders aus. Bei leichtem Regen gibt es hier keine Einschränkungen, weil das Wasser einfach im Sand versickert. Bei großen Pfützen ist das Spiel natürlich nicht möglich.

Als Tennisspieler solltest Du ebenfalls beachten, dass das Spiel auf dem Hartplatz anfälliger für Verletzungen ist. Beispielsweise sind Deine Gelenke bei Sprüngen einer starken Belastung ausgesetzt, da der Untergrund relativ hart ist. Hinzu kommt der höhere Verschleiß bei Deinen Schuhen und bei Bällen.

Prinzipiell ist der Hartplatz ein sehr dynamischer Bodenbelag, der sich vor allem für offensivere Grundlinienspieler eignet. Spieler mit einem druckvollen Aufschlag profitieren ebenso von dem Belag.

Rasenplatz

Besonders in England und Australien sind Rasenplätze stark verbreitet. Diese grünen Tennisplätze haben eine lange Geschichte hinter sich, da Tennis zu Anfang ausschließlich auf Rasen gespielt wurde. Heute sind Rasenplätze in den anderen Teilen der Welt aber seltener geworden.

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Rasenplätzen, das sind einmal Tennisplätze mit natürlichem Rasen und zum anderen Plätze mit Kunstrasen. Auf den meisten Tennisanlagen findet sich momentan noch Naturrasen, wobei dieser immer mehr durch synthetisches Gras ersetzt wird.

Wenn man alle Beläge miteinander vergleicht, dann ist das Spiel auf dem Rasenplatz mit Abstand am schnellsten. Dabei hängt die Geschwindigkeit des Balls von der Höhe der Grashalme ab. Es gilt: Je länger das Gras ist, desto mehr wird der Ball durch die Grashalme verlangsamt.

Neben dem hohen Tempo springt der Ball zudem sehr flach auf dem Rasen ab. Der weiche Erdboden wirkt wie eine Art Polster, welches den Aufprall abfedert. Daher gilt der Rasenplatz gleichzeitig als ziemlich gelenkschonend.

Diese Eigenschaften führen dazu, dass die Mehrheit der Ballwechsel auf Gras relativ kurz gehalten sind. Statistisch gesehen dauern Rallyes kaum länger als 10 Schläge. Weiterhin brauchst Du eine gute Reaktionsfähigkeit, um auf die schnellen Bälle reagieren zu können.

Ähnlich wie beim Hardcourt ist der Rasenplatz bei Nässe unbespielbar. Da das Gras selbst ohne Wasser ein wenig rutschig ist, wäre das Verletzungsrisiko bei Regen noch höher.

Im Großen und Ganzen haben Matches auf dem Rasenplatz ein extrem hohes Tempo. Deshalb fühlen sich in erster Linie kräftige Aufschlagspieler auf dem Gras wohl. Serve-and-Volley Spieler performen ebenfalls sehr solide auf diesem Belag.

Teppichplatz

Die vierte Art eines Tennisplatzes stellt der Teppichplatz dar. Da dieser Bodenbelgag keine Nässe oder andere äußere Witterungsverhältnisse verträgt, ist er speziell für den Innenbereich gedacht.

Je nach Tennishalle besteht der Teppich aus einem unterschiedlichen Material. Beispielsweise ist der Stoff „Velours“ für Hallenböden sehr beliebt. Denn er besitzt eine weiche Oberfläche und ist in vielen Farbkombinationen erhältlich.

Vom Spielverhalten kannst Du Dir den Teppichplatz wie eine Mischung aus Hartplatz und Rasenplatz vorstellen. Genauer gesagt ist Boden in diesem Fall weicher als der Hardcourt, jedoch härter als der Rasenplatz. Aus diesem Grund springt der Ball höher als auf dem Rasenplatz ab und hat eine etwas bessere Geschwindigkeit als auf dem Hartplatz.

Zusätzlich solltest Du wissen, dass die Oberfläche des Teppichs extrem griffig ist. Praktisch ist es nicht möglich, auf dem Boden zu gleiten, weil Du direkt durch das Material abgebremst wirst. Hier besteht also erhöhte Verletzungsgefahr. Daher ist das Spiel auf dem Teppichboden für viele Tennisspieler anfangs relativ ungewöhnlich.

Alles in allem ist der Teppichplatz optimal für Grundlinienspieler, die gerne einmal ans Netz kommen. Wie auch auf dem Rasenplatz ist hier ein schnelles Reaktionsvermögen während des Ballwechsels hilfreich.

Im Verhältnis zu den anderen Bodenbelägen machen Teppichplätze aber nur noch einen kleinen Teil aller Tennisplätze aus. Im Profibereich wird sogar kein Turnier mehr auf dem Teppichboden ausgetragen.

Bei den Herren war es die ATP, die 2009 das Ende des Belags verkündete. Im Damentennis liefen Turniere bis ins Jahr 2018, ehe man den Teppich durch den Hartplatz ersetzte.